FAQ
Viele Fragen zur Webentwicklung ähneln sich – von Kosten über Ladezeiten bis zum Online-Shop. Die Antworten hier geben Sicherheit vor der Beauftragung.
Fragenliste mit Link zu den Antworten unten
➜ Was kostet eine professionelle Webseite mit Online-Shop?
➜ Lohnt sich ein eigener Online-Shop im Vergleich zu Plattformen wie eBay oder Amazon?
➜ Welche Förderung gibt es aktuell für Webentwicklung und Digitalisierung?
➜ Wie viel Zeit benötigt die Erstellung einer Webseite oder eines Online-Shops?
➜ Was passiert nach der Fertigstellung einer Webseite – wer übernimmt Wartung und Updates?
➜ Ist meine bestehende Domain und mein Hosting für eine moderne Webseite geeignet?
➜ Wie viele Produkte kann ein Online-Shop technisch verarbeiten?
➜ Wie viele Besucher pro Monat verträgt eine Webseite ohne Probleme?
➜ Was sollte ich beim Start und Betrieb einer Webseite auf keinen Fall tun?
Webentwicklung ist ein komplexes Thema – viele Anbieter, viele Meinungen. Wer sich selbst informiert trifft die bessere Entscheidung. Diese Fragen und Antworten helfen sich ein eigenes Bild zu machen.
Was kostet eine professionelle Webseite mit Online-Shop?
Eine professionelle Webseite mit integriertem Online-Shop kostet für ein mittelständisches Unternehmen 12.000 € netto. Darin enthalten sind 5.000 € für Design und Programmierung, 3.000 € für die Shop-Funktionalität (Warenkorb, Zahlungsanbindung, Kundenkonten), 2.000 € für Schnittstellen zu Warenwirtschaft oder ERP, 1.200 € für Suchmaschinenoptimierung und Tracking sowie 800 € für rechtliche Pflichtseiten (Impressum, Datenschutzerklärung, AGB). Laufende Kosten liegen bei 600 € pro Jahr für Hosting, Updates und Backups.
Lohnt sich ein eigener Online-Shop im Vergleich zu Plattformen wie eBay oder Amazon?
Ein eigener Online-Shop lohnt sich, weil die Marge nicht durch Verkaufsprovisionen geschmälert wird. Amazon verlangt 15 % Verkaufsprovision plus 39 € Grundgebühr im Monat, eBay nimmt 11 % Verkaufsprovision plus 35 € Fixkosten. Bei 1.000 Bestellungen à 50 € Umsatz entstehen auf Amazon 7.500 € Gebühren pro Jahr, bei eBay 5.435 €. Im eigenen Shop liegen die Kosten bei 600 € Hosting und rund 1.200 € für Zahlungsanbieter – zusammen 1.800 €. Die Differenz von 3.600 € bis 5.700 € bleibt als zusätzlicher Gewinn.
Welche Förderung gibt es aktuell für Webentwicklung und Digitalisierung?
Das Förderprogramm „Digital Jetzt“ des Bundesministeriums für Wirtschaft übernimmt bis zu 40 % der Investitionskosten für Webentwicklung, jedoch maximal 50.000 € pro Unternehmen. Zusätzlich fördern einzelne Bundesländer Digitalprojekte: In Bayern gibt es den Digitalbonus mit Zuschüssen bis 10.000 €, in Nordrhein-Westfalen das Programm MID-Digital mit bis zu 15.000 €. Voraussetzung ist ein Antrag vor Beginn des Projekts. Förderfähige Kosten sind Design, Programmierung, Schnittstellen, SEO und Schulung der Mitarbeiter.
Wie viel Zeit benötigt die Erstellung einer Webseite oder eines Online-Shops?
Eine Unternehmens-Webseite mit bis zu 12 Unterseiten dauert 28 Tage von Kick-off bis Go-live. Ablauf: 3 Tage Briefing und Ziele, 5 Tage Wireframes und Design, 10 Tage Frontend/Backend-Umsetzung, 5 Tage Inhalte und SEO-Grundlagen, 3 Tage Test (Chrome, Firefox, Safari, iOS, Android), 2 Tage Launch. Ein Online-Shop mit bis zu 500 Produkten benötigt 56 Tage. Ablauf: 4 Tage Produktstruktur, 8 Tage Design, 20 Tage Entwicklung (Warenkorb, Checkout, Zahlungen), 10 Tage Datenimport und Varianten, 8 Tage Tests inkl. Lasttest mit 200 gleichzeitigen Nutzern, 6 Tage Launch und Schulung.
Was passiert nach der Fertigstellung einer Webseite – wer übernimmt Wartung und Updates?
Nach dem Go-live sichern Wartungspläne Betrieb und Sicherheit. Inhalte: 12 Sicherheitsupdates pro Jahr für CMS und Plugins, 365 automatische tägliche Backups mit 30 Tagen Aufbewahrung, 12 Performance-Prüfungen mit Zielwert 1,8 Sekunden Largest Contentful Paint, 12 Malware-Scans, 4 Funktions-Checks nach Browser-Updates. Kosten: 600 € pro Jahr für Wartung, 120 € pro Jahr für Monitoring (Uptime-Ziel 99,9 %), 180 € pro Jahr für Staging-Umgebung. Reaktionszeit bei Störungen 4 Stunden während Werktagen von 8:00 bis 18:00 Uhr, Fehlerbehebung innerhalb von 24 Stunden.
Ist meine bestehende Domain und mein Hosting für eine moderne Webseite geeignet?
Geeignet ist ein Hosting mit TLS 1,3, HTTP/2, PHP 8,2, MySQL 8,0, SSD-Speicher ab 20 GB, 4 vCPU und 8 GB RAM. Der Server muss 10.000 Seitenaufrufe pro Tag ohne Warteschlangen verarbeiten und eine Bandbreite von 1 Gbit/s bereitstellen. Pflicht sind tägliche Backups mit 30 Tagen Aufbewahrung und eine garantierte Verfügbarkeit von 99,9 % pro Monat. Migration in 6 Schritten: 1) Voll-Backup der bestehenden Seite, 2) Domain-Transfer-Code (Auth-Code) anfordern, 3) Staging-Umzug, 4) DNS-Umstellung mit TTL 300 Sekunden, 5) SSL-Zertifikat aktivieren, 6) Redirects 301 für alle alten URLs einrichten. Dauer der Migration 48 Stunden inklusive Tests.
Wie viele Produkte kann ein Online-Shop technisch verarbeiten?
Ein Shop auf Basis von WooCommerce läuft stabil mit bis zu 20.000 Produkten, ein Shopware-System verarbeitet 100.000 Produkte ohne Performance-Verlust. Magento skaliert bei dediziertem Server auf über 500.000 Produkte. Entscheidend sind Serverressourcen: Für 20.000 Produkte benötigt der Server 8 vCPU, 16 GB RAM und 200 GB SSD-Speicher. Ab 100.000 Produkten sind 16 vCPU, 32 GB RAM und 500 GB SSD erforderlich. Importzeiten: 10.000 Produkte per CSV benötigen 15 Minuten, 100.000 Produkte 2 Stunden. Ladezeit-Ziel: unter 2,0 Sekunden bei 200 gleichzeitigen Nutzern.
Wie viele Besucher pro Monat verträgt eine Webseite ohne Probleme?
Eine Standard-Webseite mit 8 vCPU und 16 GB RAM kann 300.000 Seitenaufrufe pro Monat bei einer Ladezeit von unter 2 Sekunden verarbeiten. Mit Content-Delivery-Network (CDN) steigt die Kapazität auf 1,5 Millionen Seitenaufrufe. Belastungstests: 500 gleichzeitige Nutzer erzeugen 30.000 Seitenaufrufe pro Stunde. Ab 1.000 gleichzeitigen Nutzern ist ein Load-Balancer mit mindestens 2 Webservern erforderlich. Server-Auslastung darf 70 % nicht überschreiten, um die Zielverfügbarkeit von 99,9 % einzuhalten.
Was sollte ich beim Start und Betrieb einer Webseite auf keinen Fall tun?
Drei typische Fehler sind: (1) Kein SSL-Zertifikat einrichten – ohne HTTPS sind Login-Daten unverschlüsselt, die Seite wird von Google abgewertet. (2) Bilder ohne Kompression hochladen – 5 MB große Bilder verlängern die Ladezeit auf über 6 Sekunden und erhöhen die Absprungrate um 40 %. (3) Fehlende Backups – ohne tägliche Sicherung können Angriffe oder Fehler zum Komplettverlust führen. Zusätzlich kritisch: Plugins ohne Updates. 70 % aller gehackten WordPress-Seiten hatten mindestens ein Plugin mit Sicherheitslücke älter als 6 Monate.
